Bundesweit durfte ich Menschen und ihre Pferde auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten – sowohl vom Boden als auch im Sattel.
Ob Schwierigkeiten beim Reiten entstanden, das Training stagnierte oder Herausforderungen im täglichen Miteinander sichtbar wurden – im Außen kann sich vieles zeigen.
Doch mit der Zeit wurde mir immer deutlicher:
Die eigentliche Ursache liegt selten im außen.
Nicht im Training.
Nicht in der Technik.
Sondern in dem, was darunter wirkt.
In dem, was wir emotional bewusst oder unbewusst mitbringen.
Und genau dort beginnt meine Arbeit.
In unserem Körper finden beim Reiten und im Umgang mit dem Pferd unzählige feine Veränderungen statt.
Jeder Gedanke hinterlässt eine Spur.
Jede noch so kleine Bewegung löst ein Muskelspiel aus – wahrnehmbar für das Pferd.
Denn Pferde nehmen nicht nur unsere äußeren Hilfen wahr.
Sie reagieren auch auf das, was wir innerlich sind.
Doch was geschieht, wenn wir als Reiter körperlich oder gedanklich – bewusst oder unbewusst – nicht in unserer Mitte sind? Dann entstehen Unklarheit.
Widersprüche.
Signale, die nicht zusammenpassen.
Und genau das spiegelt das Pferd.
Nicht als Problem.
Sondern als ehrliche Rückmeldung.
Durch einfache Gedankenbilder und gezielte Körperübungen entsteht die Möglichkeit, wieder in die eigene Mitte zurückzufinden.
Dorthin, wo Klarheit entsteht.
Wo Bewegung nicht gemacht wird –
sondern entsteht.
Wo Kommunikation nicht gegeben wird –
sondern fühlbar wird.
Körperbewusstsein in all seinen Facetten
Gleichgewicht
Balance
Spannung
Entspannung
Atmung
Körperposition und innere Ausrichtung
All das wirkt nicht getrennt voneinander.
Es ist ein Zusammenspiel.
Ein innerer Zustand, der sich im Außen zeigt.
Für den Reiter – damit sein Pferd in der Bewegung findet:
Losgelassenheit
Takt
Aufrichtung
Richtung
und Freude
Nicht durch Druck.
Nicht durch Korrektur.
Sondern durch das, was der Reiter verkörpert.
Das Barockreiten, dessen Wurzeln in der Reitkunst des 17. und 18. Jahrhunderts liegen, entwickelte sich aus der Ausbildung von Kriegspferden und legt bis heute Wert auf feine Hilfengebung, Versammlung und eine harmonische Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter.
Dieser Ansatz betont Leichtigkeit, natürliche Bewegungen und die körperliche – mentale Ausgeglichenheit des Pferdes. Aspekte, die mir besonders wichtig sind und die meiner Arbeit tief entsprechen.
Doch für mich ist das Barockreiten mehr als eine Reitweise.
Es ist ein Raum, in dem sichtbar wird, was in uns wirkt.
Denn auch in der Bewegung gilt:
Das Pferd reagiert nicht auf Technik – sondern auf das, was du mitbringst.
So wird die Bewegung selbst zum Spiegel.
Ehrlich. Direkt. Unverfälscht.
Das Barockreiten folgt einem ganzheitlichen, pferdegerechten Verständnis, das ich bewusst bevorzuge, weil es langfristig Balance, Kraft und innere Stärke fördert.
Doch wahre Balance entsteht nicht nur im Körper.
Sie entsteht dort, wo inneres Erleben und äußere Bewegung miteinander in Einklang kommen.
Genau hier verbindet sich die äußere Bewegung mit der inneren Wahrheit.
Und genau hier beginnt für mich echte Veränderung.


